• Was mich trägt und hält... - eine Auslegung zum Evangelium

    Das Christusgeheimnis

    Bewahren und Erneuern sind keine Gegensätze, im Gegenteil! Alles bewahren, was Christus ist, kann allein zu einer echten Erneuerung führen, von unserem eigenen Leben, aber auch im Leben der Kirche.

    Nur wo wir Menschen werden, die den Menschen heilend und bergend begegnen, wie Jesus im heutigen Evangelium der Ehebrecherin, nur da tragen wir das Bild Christi in die Welt.
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    Liturgie ist Heimkehr

    Die Heimkehr, die im Gleichnis Jesu vom verlorenen Sohn geschildert wird, ist nichts anderes, als das, was wir fortwährend in der Liturgie feiern. Die Liturgie aber ist nur in dem Maße lebendig, in dem sie Teilhabe ist an der Festfreude des Vaters ist. 

    Als der ältere Sohn zurückkehrt, kommen Missklänge hinein, in das, was im Haus des Vaters gefeiert wird. Im Griechischen heißt es hier: „synphonia kai choros“  – Zusammenklang, also Musik, und Reigentanz, leibhaftiger Ausdruck darüber, dass das, was verloren war, lebt, aber der ältere Bruder stimmt nicht ein, zu sehr hängt er in der Verbitterung fest, in allem, was ihm zur Last geworden war und scheinbar nie honoriert wurde. Aber der Vater lässt sich nicht aus der Fassung bringen und er hat keine Angst alles zu geben. Er lässt es sich etwas kosten, sogar die „Opferung“ des Mastkalbes, das kostbarste, was er hat. 
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    Gib ihm noch eine Chance…

    Unser ganzes Leben ist eine Gnadenzeit. 

    Es ist auch eine Gnadenzeit, die der Weingärtner seinem Feigenbaum gewährt, damit er nicht zugrunde geht.

    Und es ist genau die Erfahrung des verlorenen Sohnes, wenn es dort heißt es, dass er am Schweinetrog endet und Hunger leidet, so dass er fürchtet zugrunde zu gehen, Weder der Reichtum, das Materielle, das ihm zunehmend entglitten ist, konnte ihm den Hunger stillen, noch kann ihn die Ernte, also die Schöpfung mit ihren Ressourcen, retten, weil ihm niemand davon gibt. Er will also umkehren zur Quelle, zum Vater.


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    Nich bauen und schaffen, wo anderes gefordert ist

    Es war eine ganz dichte Zeit vorausgegangen. Eine Woche zuvor hatte Petrus sein Bekenntnis zu Jesus als Messias abgelegt und hier, bei der Verklärung, wird dieses feierlich vom Vater bestätgt, der auf die Hingabe seines Sohnes mit der Ausgießung seines Lichtes antwortet. 

    Auch die Jünger werden mit hineingenommen in die lichte Wolke, die sie überschattet. Die Jünger, die dabei sind, müssen irgendwie darauf reagieren und sie sind heraugefordert: Petrus äußert sich zuerst und will etwas Bleibendes schaffen, er will „Hütten bauen“, wo anderes gefordert ist. 

    Was wir auf dem Berg sehen, ist auch ein Bild für die Kirche – sie ist in diesem Moment nicht in die Aktion – und noch nicht in die Passion – hineingerufen – ihre letzte Bestimmung ist es, das Licht der Herrlichkeit des Herrn zu schauen und dieses Licht in die Welt hineinzustrahlen.


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    Urteilen, aber nicht verurteilen

    Unser eigenes „Brett vor‘m Kopf“ ist so etwas wie der „Balken“ von dem Jesus im heutigen Evangelium spricht:

    Das Wort vom „Balken im eigenen Auge“, den man zunächst sehen soll, verbietet es uns nicht, uns ein Urteil zu bilden, um zu sehen, was gut und was böse ist. Aber es gebietet uns, wahrzunehmen, dass unser Blick verstellt und oft getrübt ist und wir uns selbst und unsere Fehler mit einem anderen Maßstab messen, als wir es bei anderen tun. Wer aber seine eigene Realität mit klarem Blick sieht, wird auch die Realität des anderen mit Liebe und Barmherzigkeit sehen. Hier setzt das Gebot der brüderlichen Zurechtweisung an, das an anderer Stelle steht, wo Jesus sogar gebietet, einen anderen auf etwas aufmerksam zu machen, damit er sich korrigieren kann. Im tiefen Bewusstsein eigener Schuldhaftigkeit und Erlösungsbedürftigkeit wird das Urteil nie zur Verurteilung.


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