• Was mich trägt und hält... - eine Auslegung zum Evangelium

    Lebendig werden, wo wir noch unfrei und belastet sind

    „Nicht nur ich lebe, sondern auch ihr sollt leben!“

    Im Glaubensbekenntnis beten wir: „Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht!“, und als Jesus im Verborgenen, als die Jünger hinter verschlossenen Türen sich versammelt haben, zu ihnen kommt, sagt er zu ihnen: „Empfangt den Heiligen Geist!“, damit sie anderen die Sündenvergebung zusprechen können. Es ist der Geist, der neues Leben schenkt, der von den Altlasten unseres Lebens befreit, damit der Mensch in neuer Freiheit leben kann. Dann ist es möglich, auch von diesem Leben an andere weiterzugeben, in jeder Begegnung, in jedem Wort, in jedem Gruß an andere, aber auch in der Verkündigung. Jesus haucht seine Jünger an, wie die Lesung heute sagt, und es ist der Geist der Versöhnung, den Jesus zuvor am Kreuz, in seinem Sterben, ausgehaucht hat, den die Jünger zuerst empfangen, bevor sie selbst zu Zeugen werden können.

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    Alles dem Vater in die Hände legen

    Ein kleiner Abschnitt aus dem Gebet Jesu am Abend vor seinem Tod gibt in inniger uns berührender Weise wieser, wie Jesus uns in die Liebe des Vaters hineinbetet. Hier sagt er auch, was sein Auftrag war, den er hier in die Hände des Vaters zurücklegt, nämlich der Menschheit göttliches, ewiges Leben zu geben: „Das ist das ewige Leben, dass sie dich, den einzigen wahren Gott erkennen.“ Nur das ist Leben, wenn es uns gelingt, die Mauer, die so oft zwischen uns und Gott besteht, zu durchbrechen. Und Jesus nimmt seine Jünger in seinen Lobpreis hinein und hält sie in seinen Händen dem Vater hin. Übergabe des Lebens an Gott, auch am Lebensende, ist etwas anderes als Gott das Leben zu entreißen und selbst ein Ende zu setzen.

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    Tiefe und bleibende Freude finden

    „Dies habe ich Euch gesagt, damit meine Freude in euch bleibt und Eure Freude vollkommen wird“. Jesus sagt diese Worte zu seinen Jüngern als sein Leben bedroht ist und sein Leiden kurz bevorsteht. Er spricht in diesen Abschiedsreden viel von der Liebe und von der Freude. Es ist auch die tiefste Sehnsucht unseres Lebens zu einer bleibenden Freude zu gelangen, die nicht vergeht und immer bleibt. Wo aber ist das zu finden? Das, was mehr ist als ein vorübergehendes Gefühl und ein unbeständiger Traum! Vielleicht gibt es eine Entscheidung zur Freude, wie es eine Entscheidung zur Liebe gibt – und beides, wenn es in unserem Leben Raum gewonnen hat – bricht sich Bahn und macht unser Christsein glaubwürdig.

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    Sich entfalten und sich verwirklichen lassen

    Das Weinstocksgleichnis spricht davon, dass wir nicht nur Almosenempfänger vor Gott sind, sondern dass wir selbst mittun dürfen und einsetzen sollen, was wir an Gaben empfangen haben. Kein Bereich unseres Lebens soll dem göttlichen Leben entzogen sein, so dass alles in uns zu mehr Schönheit, zu mehr Fülle und mehr Strahlkraft gelangen kann. In unserem ganzen Sein dürfen wir etwas von der Schönheit, Kraft und Güte Gottes offenbaren.

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    Schlaue Hirten und dumme Schafe? – das Gleichnis vom guten Hirten

    Wenn Jesus von sich als dem Hirten spricht, dann meint er nicht, dass es einen klugen, intelligenten Vortsteher gibt und dahinter oder darunter diejenigen, die ihm sozusagen hinterhertrotteln! Nein, das Verhältnis, das Jesus hier vor den Augen seiner Zuhörer entfaltet, ist ein vertrautes und anspruchsvolles. Die Schafe kennen die Stimme des Hirten, und sie folgen ihm, weil sie wissen, dass sie ihm blind vertrauen können. Und der Hirte ist kein bezahlter Angestellter, der nur seinen Job tut. Auch er weidrum kennt seine Schafe und gibt alles für sie, auch sein Leben. Es ist ein enges Vertrauensverhältnis, das uns hier vorgestellt wird! Von Unterwerfung oder demutsvoller Unkenntnis weit entfernt! Auch wir sind eingeladen, Hirte für andere zu werden, indem wir der Spur dieses Hirten folgen.

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