Predigt vom Kirchweihtag:
Kirche – das sind diejenigen, die dem Ruf des Herrn gefolgt sind und die auf den Ruf des Herrn geantwortet haben – und so zu einer heiligen Gemeinschaft geworden sind.
Predigt vom Kirchweihtag:
Kirche – das sind diejenigen, die dem Ruf des Herrn gefolgt sind und die auf den Ruf des Herrn geantwortet haben – und so zu einer heiligen Gemeinschaft geworden sind.
Zum Fest „Allerseelen“:
Die Antwort Jesu an die Sadduzäer lässt aufleuchten, was für ihn Auferstehung bedeutet. Es ist die lebendige Beziehung zum lebendigen Gott, der „kein Gott der Toten“ ist, wie es das Evangelium betont, sondern ein Gott der Lebenden. Weil er jeden Menschen in die lebendige Beziehung zu sich ruft und Er selbst schon in die bleibende Beziehung zu uns getreten ist, so ist unsere Beziehung zu ihm lebendig, wenn sie auf Gegenseitigkeit beruht und wir in dieser Beziehung leben. Auferstandensein heißt, in der lebendigen Beziehung zu Gott zu stehen – auch jetzt in diesem Leben schon und in dieser Beziehung zu bleiben.
P. Markus Johannes Straubhaar legt den Text des Evangeliums auf und macht deutlich, dass Auferstehung und ewiges Leben keine Kategorien des Jenseits sind, sondern hier in diesem Leben beginnen.
Manche stellen die Frage, ob in der Kirche einseitig oder zu oft von der menschlichen Schuld die Rede ist. Das Evangelium vom Pharisäer und vom Zöllner zeigt, auf welche Haltung Jesus selbst hinweist: wo ein Mensch seine Schuld bekennt und sich eingesteht, kann er einen neuen Weg beginnen, einen Weg neuer Kraft und in ein neues Leben hinein. P. Markus Johannes weist in seiner Predigt darauf hin, dass der Ort, wo der Mensch ohne Maske und ohne Beschönigung er selbst sein kann, bei Gott selbst ist. Jesus sagt am Ende des Gleichnisses, dass der Zöllner gerechtfertigt, oder anders übersetzt „als Freigesprochener“ neu aufbrechen konnte.
Die Heilung der Aussätzigen ist förmlich eine Erweckung. Rein äußerlich waren diese Ausgestoßenen schon Todgeweihte, hinausgeworfen aus der Gemeinschaft. Die Evangelisten gestalten diese Erweckung in der Komposition des Textes ähnlich wie die Totenerweckung des Jüngling von Naim. Was sich hier ereignet, dort im Außerhalb vor der Stadt, kann exemplarisch gelesen werden als Heilsereignis der Heilsgeschichte. Jesus geht ins Außerhalb, er geht hinaus aus der Herrlichkeit des Vaters, hin zu dieser Unheilsgemeinschaft, zu der sich diese Aussätzigen zusammengeschlossen haben, wie der gute Hirt hingeht zum Verlorenen, und er erweckt sie zu einem neuen Leben, weit über die äußere Heilung hinaus.
Wenn wir von unseren zwischenmenschlichen Beziehungen ausgehen, wo ein Wort eine Antwort braucht, eine gute Tat auch ein Danke erwartet und ein freundlicher Gruß erwidert sein möchte, dann sind wir fast ein wenig enttäuscht von den Worten Jesu, wo er mit einem Gleichnis seinen Jüngern sagt, dass es vor Gott nichts zu erwarten gibt und der Knecht am Ende einsehen muss, dass er nur „seine Schuldigkeit“ getan hat.
Aber wir müssen das Gleichnis neu verstehen lernen, um nicht zu meinen, Gott sei ein schlechter Arbeitgeber, dem es nie genug ist, was wir für ihn tun und der am liebsten ruhelosen Einsatz und unaufhörliches Dienen von uns verlangt. Es gibt unzählige Begegnungen, in denen Jesus selbst zeigt, dass die geringste Geste, die wirklich in Liebe spricht, völlig genügt, weil Gottes Liebe immer schon voraus ist. Es genügt unseren Platz einzunehmen, das zu tun, was wir vermögen und in grenzenloser Verfügbarkeit bereit zu sein, die Stimme des Heiligen Geistes zu vernehmen, der in unser Leben hineinwirken will – in jedem Augenblick unseres Lebens.
Gott möchte uns aus dem Arbeitsverhältnis, das wir oft zu ihm haben, herausholen und in ein Liebesverhältnis hineinführen.