• Was mich trägt und hält... - eine Auslegung zum Evangelium

    Ein Gleichnis über Barmherzigkeit und göttliche Gerechtigkeit

    Das Gleichnis stellt einen König vor, der kein Problem hat, ein unermesslich hohes Vermögen zu verlieren, zu verschenken, wenn er seinem Knecht die unvorstellbare Summe von 60 Millionen Denare erlässt. Er hat also offensichtlich kein Problem, jede noch so große Schuld zu erlassen! Nur da, wo der andere, dem so viel vergeben wurde, nicht in die gleiche Gesinnung seines Herrn eintritt und seinem eigenen Schuldner, der ihm nur eine vernichtend kleine Summe schuldet, im Gleichnis 100 Denare, mit Unnachgiebigkeit und Härte begegnet und alles aus ihm herauszupressen versucht, dort wird aus der Drohbotschaft der Vergebung ein „Wehe“ über den Hartherzigen, der nicht „aus ganzem Herzen seinem Bruder verzeiht.“

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    „Wenn einer sündigt, dann geh zu ihm…“

    Wenn Jesus von der Zurechtweisung spricht, kann dies nur im Kontext so vieler anderer Worte stehen, in denen er dazu auffordert, sich nicht über den anderen zu erheben. Zu einem hingehen, kann immer nur mit dem Ziel geschehen, ihn zurückzuführen und ihn durch den Blick unter vier Augen und mit meiner Sorge so zu lieben verstehen, dass er sich zurückgewinnen lässt. Gleich auf dieses Wort von der Zurechtweisung folgt Jesu Wort von der Lösegewalt, die er hier allen Jüngern zuspricht. Und er betont die Verantwortung, die der einzelne hat, auch durch die lösende Kraft seiner Worte, wenn er es versteht, sich unter die Lebenslast des anderen zu beugen.

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    Gott handelt nicht über unsere Köpfe hinweg

    Durch alle Begegnungen hindurch, in denen Jesus etwas Großes und Entscheidendes für die Bittenden bewirkt, zieht sich wie ein roter Faden die Frage nach dem Glauben dessen, der etwas von ihm erwartet. Und wo Jesus wie in seiner Heimat keinen Glauben findet, dort kann er auch nicht wirken. Der Glaube des Einzelnen bewirkt etwas und öffnet die Tore, damit Gott in dieser Welt etwas tun kann. Dort, wo wir unseren Glauben aussprechen, uns dazu entscheiden und uns zu Jesus bekennen, dort beginnt Gott auch zu wirken, weil Er dann sein göttliches Leben in uns verschenken kann.

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    Wenn man bittet und ruft – aber keine Antwort erhält

    Es ist eine Episode, die bisweilen die Luft anhalten lässt! Da ist eine Frau hinter Jesus, die bittet, ruft und argumentiert, aber Jesus gibt keine Antwort. Schlimmer noch, als es auch für die Jünger unangenehm wird und sie Jesus auffordern, etwas zu tun, damit sie Ruhe gibt, da kommt es noch schlimmer. Es gibt Heil, es gibt Leben, aber die Antwort Jesu macht ihr deutlich: nicht für sie! Was bedeutet diese vorübergehende Abweisung, die dann in größter Zuwendung endet, wenn Jesus das überwältigende Wort zu ihr sagt: „Es soll geschehen, was du willst!“ und ihr damit einen Blankoscheck ausstellt?

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    Was Jesus der Kirche ins Stammbuch schreibt

    Das Lesen und Hören der Evangelien ist wie das Blättern in einem Erinnerungsbuch, in einem Fotoalbum, in dem uns Bilder vor Augen treten, die wir manchmal schon kennen, die aber aus dem Einstigen heraustreten und neu lebendig werden. So sehen wir in dem Bild von den Jüngern im Seesturm etwas allzu Bekanntes, das manche, wie Klaus Berger sagt, als gute Zirkusnummer missverstehen, wenn Jesus mitten im Sturm dazukommt und dem Sturm gebietet.

    Es ist ein Bild für die Kirche durch alle Zeiten hindurch, wenn Jesus Petrus auffordert aus dem Boot herauszukommen: da, wo Petrus mehr bei Jesus ist als bei sich selbst, da wird er über das Wasser getragen. Da, wo er sich bewegen lässt von der Dynamik seines Glaubens, seiner Hoffnung und seiner Liebe, da, wo diese Dynamik stärker ist, da kann er unbeirrt standhalten, da aber, wo er in Selbstmitleid und Selbstbetrachtung gefangen bleibt, da droht er unterzugehen.
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