• Was mich trägt und hält... - eine Auslegung zum Evangelium

    Worin die wahre Freiheit besteht

    Es ist ein Ausholen zum Gegenschlag, wenn die Schriftgelehrten hier eine Frage stellen, die man offensichtlich gar nicht richtig beantworten kann. Nachdem Jesus in drei Gleichnissen (an den letzten Sonntagen gelesen) ihnen den Spiegel vorgehalten hat, fühlen nun sie sich an der Reihe, Jesus nach einem Sachverhalt zu fragen, der politisch wie religiös höchst brisant ist. Doch Jesus bestätigt mit seiner Antwort, womit sie ihm zuvor geschmeichelt haben, dass er die Wahrheit lehrt und nicht auf das Ansehen der Person schaut. Die erste Frage, um Jesus in die Falle zu locken, ist die nach der kaiserlichen Steuer. Und Jesus möchte mit seiner Antwort auf eine größere Freiheit hineinführen, die weit über die äußere Dimension der Bedrängnis und Bedrohung hinausführt. 

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    Unser Leben ist der Tempel Gottes

    Der Weihetag einer Kirche feiert den Tag, an dem die Kirche, wie eine Person, mit Wasser gereinigt und mit Öl gesalbt wird, und mit der Feier der ersten Eucharistie ihren Mittelpunkt erhält. Sie spiegelt damit unser Leben wieder, wo wir in der Taufe durch das Wasser die Reinigung und Heiligung erfahren und im Heiligen Geist gesalbt und gestärkt werden. Und so wie durch die äußeren Zeichen der Raum von Gott geheiligt und von Seiner Gegenwart erfüllt wird, so will er auch in unserem Leben einen Raum fei halten, wo er wohnen darf, um von dort aus die ganze Welt und die ganze Schöpfung zu heiligen und zu bewohnen.

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    Wachstumsgesetze in Gottes Weinberg

    Es ist zu kurz gegriffen, das heutige Gleichnis vom Weinbergbesitzer nur auf das Haus Israel zur Zeit Jesu zu deuten. Es gilt auch für uns. Der Weinberg ist der Bereich Gottes, wo Er selbst Schutz gewährt, in Liebe umsorgt und alles dazugibt, was es braucht, damit gute Früchte wachsen. Und Gott erwartet, dass es auch etwas zu ernten gibt! Wenn wir alles einsetzen, was uns anvertraut ist, wie es in den anderen Gleichnissen von den anvertrauten Talenten und vom Feigenbaum zum Ausdruck kommt, dann werden wir zu Wachstum und Fruchtbarkeit kommen. Wir sind nicht Almosenempfänger Gottes, sondern Mitarbeiter, denen etwas anvertraut wurde, das sich entfalten muss, um zur Erfüllung zu kommen.

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    Wenn Anspruchsdenken uns den Weg verstellt

    Die Gleichnisse, die dem heutigen Sonntag vorausgegangen sind, haben den Erntedanksonntag schon vorbereitet. Es wurden uns Menschen vor Augen geführt, die immer Ja gesagt haben, die treue und fleißige Arbeiter waren, die gleich am Anfang eingestiegen sind und mitarbeiten wollten, die aber im entscheidenden Moment ihr Ja nicht aufrechterhalten und so in gewisser Weise zu einem „Nein“ werden lassen. Immer lässt sich eine Haltung erkennen, die Ansprüche stellt und die etwas erwartet, aber nicht der Haltung des barmherzigen Vaters entspricht. Wer Gott wirklich in Dankbarkeit für das begegnet, was er selbst Gutes erhält und erhalten hat, tritt ein in eine Lebenshaltung, die das Leben heilt, versöhnt und verändert.

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    Jenseits von Lohn und Leistung

    Die Arbeiter der ersten Stunde haben ganz ungeteilt unsere Sympathie und wäre es nicht Jesus, der uns dieses Gleichnis erzählt, so würden wir ihnen gerne und ungeteilt beipflichten. Wie kann ein Arbeitgeber den gleichen Lohn für alle auszahlen, wenn die einen das Zehnfache geleistet und sich in stundenlanger Hitze abgeplagt haben? „Gott kann alles, aber rechnen kann er nicht!“, so sagt es die Hl. Theresia von Lisieux und trifft damit den Kern dieser Beschreibung Gottes, der mehr gibt als man braucht, der jedem in Fülle gibt und der in dieser Freigebigkeit nicht mehr berechnet, ob eine bestimmte Leistung vorausgegangen und erfüllt ist. Dies spiegelt sich auch in dem, was Jesus tut, wider, wenn Wein, Fische und Brot im Übermaß vorhanden sind, weit über das hinaus, was  nach menschlichen Maßstäben zu erwarten oder notwendig wäre. Gott rechnet nicht ab und rechnet nicht auf, wenn er gibt, dann gibt er alles!

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